Die perfekte Finn-Halse am Leefass ???

Finn-Halse

Gybe to beat

Dan Slater is sailing in 20 knots plus at Lauderdale YC during the US Midwinters

Kommentar:   Ca. 5-6 Sekunden lang flattert das Grossegel und das Boot bleibt stehen !   Ich behaupte keineswegs, dass ich es besser kann, sage jedoch aufgrund meiner 50-jährigen Segelerfahrung, dass “Slaters” Halse alles andere als optimal ist.

Hier sehen wir Pieter Jan Postma am Leefass mit anschliessendem an den Wind gehen

(Ein Link von Finn-Rob)

Siehe auch:  http://www.finn-dinghy.de/phpBB3/viewtopic.php?f=9&t=2457

P.S.   Im folgenden möchte ich die früher üblichen Techniken nicht empfehlen sondern zur Diskussion stellen:

Was der “Dan Slater” uns vorführt wurde früher als Anfänger-Halse bezeichnet. Er muss ja nach der Halse noch die Pinnen-und Schothand wechseln und verliert viel Zeit bevor er das Segel dichtholen kann, wobei das Segel flattert und das Boot fast zum stehen kommt.

“If the boat stops, that gybe was poor.” sagte übrigens auch Paul Elvström.

Früher gab es Techniken, Schot und Pinne zu wechseln, bevor der Baum zur neuen Leeseite rüberschwang. Man fixierte also die Schot zu Beginn mit den Zähnen, nahm die Pinne von der einen in die andere Hand, legte das Ruder und zog den Grossbaum zur neuen Seite. Oder man fixierte die Pinne mit den Beinen, um Schot und Pinne zu wechseln, bevor gehalst wurde. Der Vorteil dieser Techniken bestand darin, dass man die Schot nach der Halse schneller bzw. früher dichtholen konnte.

Die Beschreibung der früher üblichen Techniken stellt keineswegs eine Empfehlung dar.

Je  nach Windstärke, Kurs (Raum-oder Leefass) und Schotholung (u.a. zentrale Grossschotklemme) sind jedoch unterschiedliche Techniken denkbar.  Welche Technik für ihn am geeignetsten ist, erschliesst sich dem aufmerksamen (intelligenten) Segler in der Praxis wie von selbst.


Quelle: Finnlog 1 von Dr. Peter Mohilla – ca. 1980

Ca. 1980 – “Expertenhalse” – präsentiert von

Dr. Wolfgang Gerz -  Weltmeister 1981 – Vizeweltmeister 1983 – Deutscher Meister 1980

——————————————————————————————————————————-

Hier sehen wir Uwe Mares bei viel Wind mit der Schot zwischen den Zähnen.

Abb. 19d Finn-Halse bei viel Wind: geglückt. 19a. Noch auf der Welle reitend, wird die Schot mit den Zähnen gefaßt, damit die Pinne übergeben werden kann. Das Wellenreiten ist fürs Halsen günstig, weil das Boot die höchste Geschwindigkeit hat und weniger Druck im Segel steht.

19b. Das übergebene Ruder wird gelegt, sämtliche Parten der Schot mit der lin­ken Hand gefaßt, um das Segel herüber zu reißen, damit das Boot nicht zu weit durch den Wind gedreht werden muß und so den Schlag des herüber kom­menden Segels möglichst vorlich und nicht seitlich (Kentcrgcfahr!) bekommt.

19c. Das Segel schlägt hinüber. Die linke Hand mit der Schot liegt an der Scheuerleiste, um Segler und Pulloverballast rasch aufs Deck zu ziehen, der Pin­nenausleger zeigt griffbereit nach Luv. Obgleich Kielwasser und das Fehlen von Drehwasser an Steuerbord die erwünschte hohe Fahrt zeigen, ist das Finn trotz Steuermanngewicht in Luv bei dem starken Wind schon etwas gekrängt.

19d. Deswegen, obgleich der Steuermann rechtzeitig draußen sitzt und beim Hoch­jumpen mindestens einen Fuß unter den Gurt gehängt hat. schleift der Baum doch im Wasser, weshalb Gegenruder gegeben wird (Pinne !), um das Boot klar auf Vorwindkurs zu halten.

Quelle: Finn-Fibel – Autor Curdt Ochwadt – Klasing + Co.

———————————————————————————————————-

Und hier folgt ein Link zu einem interessanten Artikel von Robert Deaves:

http://www.finnclass.org/The%20Finn/Finnatics/%2031_Gybing_the_Finn_160-161.pdf Auf dem ersten Foto sehen wir ebenfalls, wie die Schot mit den Zähnen fixiert wird, um Schot- und Pinnenhand zu wechseln. Wenn der Baum rüberkommt, sollte man die Schot allerdings nicht mehr im Gebiss haben  :-) Ich möchte zu dem Thema anmerken, dass anfangs auch ohne Auftriebskörper und Selbstlenzer gesegelt wurde. Wintersegeln wurde mit Baumwollklamotten betrieben. Das Finnsegeln ist nicht nur ein Abenteuer sondern verlangt von den Seglern auch eine überdurchschnittliche Härte.

Finn – sail against the best …

Comments

  1. michael says

    also ich finde sie nicht so perfekt..
    Für mich wäre sie perfekt wenn das Segel nach dem schiften nicht schlagen würde sondern direkt wieder Druck erzeugen würde.

    Kann es aber leider selbst nicht ;)

  2. - Uwe - GER 110 says

    ich schrieb ja schon im Forum:

    “Was Dan Slater uns da anbietet sieht aber auch nicht perfekt aus ”

    “Die perfekte Finn-Halse :-)”

    war also ironisch gemeint.

  3. alex says

    naja können iss nicht die Frage… hier wollte er auf jeden Fall eng um die Tonne…(hätte ich auch so gemacht) und verzichtet dafür auf ein wenig Speed-bekommt dafür Höhe… Ist ja nur ne Jolle und kein Dick-Schiff.Daher m.E. nicht perfekt aber i.o. Zumal er das Segel super schnell Dich hat.

  4. - Uwe - GER 110 says

    Alex, was der Dan Slater uns vorführt wurde früher als Anfänger-Halse bezeichnet. Er muss ja nach der Halse noch die Pinnen-und Schothand wechseln und verliert viel Zeit bevor er das Segel dichtholen kann, wobei das Segel flattert und das Boot fast zum stehen kommt.

    Früher gab es Techniken, Schot und Pinne zu wechseln, bevor der Baum zur neuen Leeseite rüberschwang.

    Man fixierte also die Schot zu Beginn mit den Zähnen, nahm die Pinne von der einen in die andere Hand, legte das Ruder und zug den Grossbaum zur neuen Seite.
    Oder man fixierte die Pinne mit den Beinen um Schot und Pinne zu wechseln, bevor gehalst wurde.
    Der Vorteil dieser Techniken bestand darin, dass man die Schot nach der Halse schneller bzw. früher dichtholen konnte.

  5. Michael says

    Naja Schot zwischen die Zähne würde ich nicht machen.
    Das war bei uns im Verein früher auch ein Streitthema bei den Optistunden :D

    Also Schot und Pinne in eine Hand nehmen hat sich bei mit kurzzeitig bewährt.. Nur irgendwie schöpf ich meist Wasser auf der neuen Leeseite.

  6. - Uwe - GER 110 says

    In der Finnfibel (Curdt Ochwadt) sieht man in Abb.19 a den Uwe Mares mit der Schot zwischen den Zähnen:

    “Noch auf der Welle gleitend wird die Schot mit den Zähnen gefasst, damit die Pinne übergeben werden kann…. ”

    Wir können ja demnächst auf dem Steinhuder eine bessere Methode ausprobieren.

    Werde mir morgen einen Floating-Anzug besorgen, um gegen die zu erwartenden tiefen Luft- und Wassertemperaturen gewappnet zu sein.

  7. alex says

    ähhmm… schot?? zwischen die Zähne?? Mach du mal… bei 4-5 bft., und Welle in der Halse die Schot zwischen die Zähne zu nehmen ist wohl die größte Leichtsinnigkeit die ich je gehört habe… Da mache ich lieber diese halse wie Dan Slater und lebe danach.. :-)
    Wenn dass wasser wieder flüssig ist dann kann ich dir gerne mal Zeigen wie ich das mache…. ist aber in der Form genau das gleiche wie im obiegen Video.

  8. Michael says

    die zweite Youtube Halse find ich super. Das Segel erzeugt direkt wieder Vortrieb! So soll es sein.
    Würde nur mal gerne sehen wenn die Jungs direkt wieder auf die Kreuz gehen.
    Im April auf dem Steinhude können ja auch noch nen Halsentraining machen ;)

  9. - Uwe - GER 110 says

    Bei sehr viel Wind ist es wohl am besten mit dem Kopf voran – wie auf den Videos zu sehen -die neue Luvseite zu erklimmen.
    Wenn wir jedoch nach der Halse an den Wind gehen wollen, sollten wir (bei moderaten Windbedingungen) Pinnen- und Schothand wechseln, bevor der Baum rüberkommt, um das Segel früher dichtholen zu können.

    Zum Halsentraining ist Alex herzlich eingeladen.

  10. Michael says

    wollten wir in der ersten oder zweiten Woche im April machen.

    Ich komme aus Duisburg hoch.

    Gruss

  11. - Uwe - GER 110 says

    Martin Mitterer war der Meinung, dass die sog. Expertenhalse nicht mehr praktiziert wird, da die Carbonmasten mit mehr Mastfall gefahren werden.
    Es ist klar dass die härteren Carbonmasten mit etwas mehr Mastfall gefahren werden. Es leuchtet mir aber noch nicht ein, dass man mit dem nach vorn gerichteten Oberkörper schlechter unterm Baum durchtauchen kann.